Technologische Projekte an der Deutschen Schule Rio de Janeiro

In der gesamten Welt bringen sich die Schulen auf den neuesten Stand um den Veränderungen im jeweiligen Umfeld besser gerecht werden zu können. Die Technologien sollten nicht auf den Verwaltungsbereich beschränkt bleiben, sondern auch im didaktischen Bereich genutzt werden. Vor diesem Hintergrund setzte sich die Deutsche Schule Rio de Janeiro das Ziel diese Tools verstärkt einzusetzen, und entwickelte technologische Projekte die für die Schüler und Schülerinnen Lernvorteile bieten und den Schulalltag vereinfachen.

Das Projekt „Notebooks” ist Teil dieses Programms. Es begann im zweiten Semester 2014 in zwei Gebäuden der Schule, und nach der Erweiterung des Wi-Fi-Netzes in 2015 konnte es auf vier Gebäude ausgeweitet werden. Derzeit steht es 17 Klassen der Sekundarstufe I und II zur Verfügung. Laut Carlos Brener, Koordinator für Mathematik und Unterrichtstechnologie der DS Rio, dient das Notebook zur Erreichung eines höheren Ziels: die Nutzung von Medien an der Schule.

Ein weiteres an der Schule genutztes Mittel sind die iPads und Apple TVs. In 2014 wurde ein Pilotprojekt mit der Klasse 5R1 durchgeführt. Im Rahmen dieses Experiments sollten die Medienkompetenzen der Schüler und Schülerinnen entwickelt, und die Unterrichtsstunden interaktiver gestaltet werden. Derzeit beschränkt sich das Projekt noch auf die Fächer Mathematik und Deutsch, es wird schon bald auf andere Fächer ausgeweitet.

Der pädagogische Einsatz von iPads fördert den traditionellen Lernprozess, vor allem was die Organisation, Methodologien und Didaktik angeht. Diese Technologie bietet zahlreiche Vorteile, wie beispielsweise die einfache Bedienung, die selbsterklärende Sprache, die sofortige Nutzbarkeit, die hohe Mobilität und das individualisierte Lernen mithilfe von angepassten Apps. In 2015 wurden in 7 Klassenzimmern Apple TVs installiert, die genauso wie die Notebooks das lernförderliche Apple-System ergänzen.

„Die heutige Jugend ist 90% Medien, wie Videos, die sozialen Netzwerke, die Kommunikationsplattformen... Heute verfügen wir über anpassbare Plattformen, die effektiv messen können wie es um den Lernstand und die Kompetenzentwicklung der Schüler in den jeweiligen Fächern steht”, erläutert Carlos Brener.

Wenn Schüler eine Schwierigkeit haben, oder irgendeine Information suchen, so neigen sie dazu im Internet nach einem Video zu suchen. Die Videos sind ein wichtiges Tool, das den Lehr- und Lernprozess ergänzt.  

Er führt zudem an dass die Lehrervorträge, wenn auch nach wie vor wichtig, nicht in der Lage sind innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit gewisse Thematiken zu vermitteln.

„Wir Lehrer erlebten einen langen Zeitraum, in dem wir den Unterricht mit Technologien bereichern wollten. Wenn ich einen Projektor zur Veranschaulichung des von mir vermittelten Stoffes verwende, so bereichert diese Technologie meinen Unterricht bedeutend. Unser Ziel ist demnach, nicht mehr unseren Unterricht mithilfe von Technologien zu bereichern, sondern einen Unterricht anzubieten, der reich an Technologien ist.”

Die Technologien ermöglichen es dass die Lehrer die Rolle des Architekten übernehmen, d.h. sie strukturieren den Unterricht, während die Lernverantwortung jedoch bei den Schülern liegt. Die Plattformen gestalten einen persönlicheren Unterricht, in welchem die Schüler selbst analysieren können auf welchem Lern- und Entwicklungsstand sie sich in Bezug zu den erzielten oder vom Lehrer vorgegebenen Fähigkeiten befinden.

Die Projekte befinden sich in Testphase. Das Ziel ist herauszufinden welche Modelle für welche bestimmten Fächer am interessantesten sind. Die Idee ist den Schülern Multiplattformen zu bieten, und die Lehrer herausfinden zu lassen welches dieser Modelle für ihren Unterricht am geeignetsten ist.