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Ehemalige Schülerin gewinnt Filmpreis in Deutschland

Cléo Campe, ehemalige Schülerin der Deutschen Schule Rio de Janeiro und Filmstudentin in Deutschland, gewann im vergangenen Jahr mit dem Zeichentrickfilm Ertrinken einen Wettbewerb, der von der Zeitung Die Zeit, dem Institut für angewandte Sozialwissenschaften (Infas) und dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) ausgeschrieben wurde. Der Film, der in Zusammenarbeit mit weiteren 30 über die ganze Welt verteilten Koautoren verwirklicht wurde, erzählt die Geschichte von Hans, einem älteren Herrn, der beschließt, zum ersten Mal in seinem Leben in die virtuelle Welt einzutauchen.
 
 

Um an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können, mussten verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden: Die Filmdauer durfte fünf Minuten nicht überschreiten, das Thema sollte im Zusammenhang mit der Digitalisierung stehen, und der Film sollte wenige oder keine Dialoge erhalten, um weltweit verstanden zu werden. Die Abstimmung war öffentlich, jeder konnte seine Stimme auf der Webseite der Zeitung abgeben. Ertrinken, der von der Mehrheit gewählte Film, beschreibt auf metaphorische Weise das Verhältnis älterer Menschen zum Internet und ihre Schwierigkeiten im Umgang mit der Informationsflut.

 
 
Obwohl sie als Tochter des Regisseurs und Fotografen Sylvestre Campe vorbelastet war, wollte Cléo nicht unbedingt in dieser Branche arbeiten. „Ich habe mich zwar immer für das Kino interessiert und meinen Vater von klein auf bei Dreharbeiten begleitet, aber eine Karriere in dieser Branche war eigentlich nicht auf meinem Radar. In der 10. Klasse hatte ich mich für ein Praktikum für internationale Beziehungen entschieden, was mit gar nicht gefallen hat. Dann wollte ich Kunst studieren, habe aber bald aufgegeben. Mein Vater schlug vor, dass ich mit ihm arbeiten solle bis ich wisse, was ich studieren wolle. Ich habe fast zwei Jahre mit ihm zusammengearbeitet und mich schließlich dafür entschieden, auch diese Laufbahn einzuschlagen”, erzählt Cléo.
 
Die ehemalige EAC-Schülerin führt weiter aus, dass ihr, nachdem sie diese Wahl getroffen hatte, die Entscheidung für ein Studium in Deutschland leichtgefallen sei, denn es sei schon immer ihr Plan gewesen, dort zu studieren. „Durch unsere Schule haben wir das Privileg, in Deutschland studieren zu können. Ich habe mich bei zwei Universitäten beworben und bin in der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf angenommen worden.”
 
Der Film kann bei Youtube gesehen werden: https://youtu.be/aeJUNTx6fio